Vom Modemblinken zur Klarheit: Wandern als innere Neuorientierung oder Heute kann ich wieder gut schlafen.
Fritzi aus Bayern, Freischaffende Künstelrin und persönliche Assistentin 40+
hike2happy am Steinernen Meer in den Berchtesgadener Alpen
Obwohl wir uns zuvor nur telefonisch kannten, habe ich mich Miguel für einige Tage auf einer Wanderung angeschlossen Es war eine spontane Entscheidung, getragen von Neugier, Abenteuerlust und einem leisen Vertrauen, das sich schwer erklären lässt. Unterwegs stellte sich schnell eine angenehme Selbstverständlichkeit ein. Miguel übernahm Orientierung und Tempo mit einer ruhigen Präsenz, die Raum ließ, einfach zu gehen. Ohne Druck, ohne feste Erwartungen.
Besonders lebendig geblieben ist mir ein Abend auf einer Berghütte. Wir fragten den Hüttenwirt eher beiläufig, ob wir auf der Terrasse übernachten dürften. Aus den Polstern der Außenbestuhlung bauten wir uns ein improvisiertes Lager. Dort lagen wir nebeneinander, blickten auf das rhythmische Blinken eines Modems an der Hüttenwand und begannen, uns dazu immer neue, zunehmend absurde Geschichten auszudenken. Irgendwann verwandelte sich das Erzählen in leises Kichern, bis wir zwischen den Polstern einschliefen. Der Moment war ungeplant, leicht und zugleich überraschend geborgen.
Was Miguels Begleitung für mich besonders macht, ist seine Haltung zum Unterwegssein. Er vermittelt, wie wohltuend es sein kann, einen Tag vollständig zu erleben, ohne bereits wissen zu müssen, wo man des nachts endet. Entscheidungen entstehen unterwegs, fast unmerklich, Schritt für Schritt.
Auch im Alltag zeigte sich seine aufmerksame und respektvolle Art. Aufgrund meiner speziellen Ernährungsweise hatte ich meine Vorräte vollständig selbst dabei. Für mich war das lange ein sensibles Thema, weil ich es gewohnt war, mich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Miguel begegnete dem völlig selbstverständlich. Er zeigte echtes Interesse und Offenheit, probierte Neues aus und übernahm schließlich sogar meine Vorliebe für Hirse. Soweit ich weiß, gehört sie bis heute zu seinen typischen Mahlzeiten, wenn er unterwegs ist. Diese unaufgeregte Akzeptanz hat mir viel Leichtigkeit gegeben.
Erst im Rückblick wurde mir bewusst, wie sehr mich diese Tage auch persönlich berührt haben. Schlafen fiel mir damals oft schwer. Ich hatte Schwierigkeiten, von einem hohen Stressniveau herunterzukommen, war eher nervös und brauchte bestimmte Vorkehrungen und feste kleine Rituale, wofür ich mich häufig geschämt habe. Miguel begegnete dem ohne Kommentar, ohne Bewertung, einfach mit Gelassenheit.
Trotzdem habe ich in der ersten Nacht fast gar nicht geschlafen. Umso eindrücklicher war der folgende Tag. Mit einer unerwarteten Klarheit und Wachheit bin ich eine anspruchsvolle Tour bis zum Biwak im Steinernen Meer gelaufen. Wir waren lange unterwegs, als die Landschaft bereits in Dunkelheit lag, erreichten wir das Biwak erst gegen 23 Uhr. Ich erinnere mich an eine stille, fast feierliche Stimmung beim Ankommen. Die Erschöpfung war da, aber sie fühlte sich getragen an, nicht schwer. Es war, als hätte sich unterwegs etwas sortiert: Zweifel waren leiser geworden, der Kopf ruhiger, der Körper verlässlich. Dieser Abend blieb mir als Moment, in dem ich gespürt habe, wie viel Kraft entstehen kann, wenn man sich dem Weg überlässt.
Die gemeinsame Zeit hat lange nachgewirkt. In den Monaten und Jahren danach erinnerte ich mich immer wieder an diese Form des Gehens, an das Vertrauen, Lösungen dann zu finden, wenn sie gebraucht werden, und daran, wie viel Ruhe darin liegt. Diese Worte scheinen nun Teil von mir zu sein, denn heute kann ich wieder gut schlafen.
Für Menschen, die Wandern nicht nur als sportliche Aktivität, sondern auch als achtsame Begleitung und Möglichkeit zur inneren Neuorientierung erleben möchten, kann hike2happy eine sehr besondere Erfahrung sein.





