Was isst du beim Weitwandern?
Beim Fernwandern drehen sich fast 50% der Gedanken ums Essen. Was habe ich im Rucksack mit? Finde ich ein nettes Platzerl um mir was zu kochen? Ich kann auch ein Stückerl weiter wandern da bekocht mich der Hüttenwirt. Schnitzel gibt’s wohl erst wieder im nächsten Tal. Essen und Energie sind beim Weitwandern oft wichtiger als das eigentliche Gehen. Ich serviere dir hier, was ich nach Tausenden Kilometern und Monaten lernte sodass du alles bekommst was dein Körper braucht — und dein Magen sich nicht langweilt.
Es geht um Energie
Ein Fernwanderer hat nicht ständig Hunger. Er hat ständig Appetit auf Energie. Ist auch gut so, denn die Natur beschäftigt sich auch fast ausschließlich nur mit Energie. Kühe und Pferde sind den Tag und die Nacht durchgehend am Essen. Um Vorräte anzulegen, arbeiten Bienen 112 Stunden die Woche und sterben nach 6 Wochen an Erschöpfung. Bäume wachsen hoch um mehr Sonnenlicht ab zu kriegen. Wild kommt bei Dämmerung aus dem schützenden Wald um in der gefährlichen Lichtung Nahrung auf zu nehmen.
Nicht nur in der Natur auch in der Wirtschaft spielt Energie eine zentrale Rolle. Hier nur ein paar Stichwörter: Industrielle Revolution mit der Erfindung der Dampfmaschine, Ölpreis, Gasvorräte, Lieferstopp von venezolanischem Erdöl an Kuba, blockierte Straße von Hormus, energetische Autarkie durch erneuerbare Energie, Strom für KI-Rechenzentren…
Essen aus der Wanderküche
Anfangs ging ich mit Brot, Kabanossi los. Mit meiner ersten Wanderküche kamen dann auch Nudeln, Reis, Pesto und fertige Trekkinggerichte mit. Dieses Essen ist beim Weitwandern nicht abwechslungsreich genug. Oft zog es mich zu Hütten und Gaststätten, um Abwechslung in den Magen zu bekommen. Heute stelle ich mich als Weitwanderer vor und das Essen aus dem Rucksack ist vielseitiger geworden. Es richtet sich nach meinen Vorlieben und der Gegend, in der ich unterwegs bin.
In der kleine „Küche“ mit zwei Herdplatten und der Brotdose die als Schüssel, Pfanne und Ofen herhaltet bereite ich oft 2–3 Gänge zu. Dabei entdecke ich lokale Eigenkreationen, auf die ich sehr stolz bin:
- Frankreich: Camembert Risotto
- Bosnien: Ćevapčići Stroganoff
- Italien: Käsefondue mit Käse der letzten 2-3 Almen an denen ich vorbei bin
- Brotland: Brotauflauf
- Tortillaland: Quesadillas,.. und wenn sie hart wurden Tortillaauflauf
Es macht mir eine besondere Freude die wenigen Pflanzen die ich am Weg als essbar identifizieren kann zu essen und kochen.
- Frühling:
- Brennnesselknödel mit bio-Brennnessel die um meinen Schlafplatz wuchsen
- Bärlauch-Nudeln
- Bärlauch Suppe
- Sommer:
- Schwarzbeeren Porridge
- Brombeeren
- Kaiserschmarrn mit Himbeeren
- Erdbeeren Smoothie
- An ergiebigen Beerenquellen produziert einer im Magen Marmelade
- Herbst:
- Marroni/Kastanien
- Eierschwammerl/Pifferling-Risotto, auf ein Schwammerl kommen da oft wenige Reiskörner
Essen in Gaststätten
Beim Weitwandern ist das auch das Essen in Restaurants Wilkommen. Dort und kurz nach Proviantkauf liegt der Essensfokus auf Dingern die einer kaum in den Rucksack packt.
- Salate und Ballaststoffe um Verstopfung vor zu beugen
- Zeugs die viel Wasser enthalten und somit den Rucksack schwer machen (Gurke, Tomate,…)
- Frittiertes (Schnitzel, Pommes,..) da ich in der Wildnis keine Fritteuse mittrage
Tipps eines Weitwanderers
In dieser Liste ist sicher etwas dabei, woran du fürs Wandern noch nicht gedacht hast.
- Pulvermilch: vielseitig, gutes Kalorien-/Gewichtsverhältnis; für Kaffee, Kakao, Smoothies oder zum Cremigmachen von Nudeln und Reis
- Eier: im Sechserkarton oben im Rucksack sind sie mir noch nie zerbrochen; erlauben viele Gerichte (Kaiserschmarrn, Knödel, Frühstücksei)
- Olivenöl: die meisten Kalorien pro Gewichtseinheit
- Kartoffelpüree-Pulver: sehr sättigend
- Mousse-au-Chocolat-Pulver: Schokolade, die nicht so leicht schmilzt
- Käse: vielseitig einsetzbar, relativ haltbar und proteinreich
- Geräucherter Fisch: lange haltbar, guter Geschmack und Proteinlieferant
Generell esse ich etwa doppelt so viel wie sonst. Ich kann mir dazwischen auch viel Schokolade, bombus-Riegel und Zuckerzeugs gönnen. Meist wenn ich einen Energieschub haben möchte. Beim Wandern schmeckt einfach alles besser denn ohne Treibstoff läuft der Motor nicht.
Geheimtipp aus der Wanderküche
Die neueste Entdeckung aus der Wanderküche gebe ich dir nicht ganz so einfach bekannt. Hast du, als interessierter Weitwanderer ausreichend Ausdauer um bis zum Ende des Videos zu schauen und hören?


















